Zuhause organisiert – Routinen, Medikamente, Notfälle


Zuhause organisiert – Routinen, Medikamente, Notfälle

Der Beginn der Krebstherapie ist mit vielen Veränderungen verbunden. Bereits einige wenige Verhaltensregeln und Hilfsmittel sorgen für Entlastung.

  • Eine Notfallkarte mit wichtigen Daten zu Diagnose, Medikamenten, Allergien und Notfallkontakten ist wichtig, damit Sie sich jederzeit Hilfe holen können. Tragen Sie deshalb zeitnah alle Daten zusammen. Denken Sie auch über digitale Lösungen nach. Empfehlenswert ist die elektronische Patientenakte (ePA). Der Zugriff ist auf Antrag Ihrer Krankenkasse und deren App möglich.
  • Es ist wichtig, möglichst vor Beginn der Krebstherapie die wichtigsten Kontakte griffbereit zu haben. Speichern Sie deshalb wichtige Telefonnummern bereits im Vorfeld. Das sind die Kontaktdaten und Adressen der behandelnden onkologischen oder fachärztlichen Praxis, Ihrer hausärztlichen Praxis, der für Sie zuständigen Klinikambulanz sowie die allgemeinen Notfallnummern.
  • Die Therapietreue ist bei vielen Krebstherapien entscheidend. Dazu gehört die regelmäßige Einnahme der Medikamente. Ein elektronischer Medikationsplan (eMediplan) hilft, die Einnahme von Krebsmedikamenten zu Hause sicher zu organisieren. Apps bieten Erinnerungsfunktionen und eine Übersicht über Vorräte. Ein geregelter Alltag ist auch gut für Ihre Lebensqualität. Wochenroutinen mit festen Ruhezeiten und Terminen erleichtern Ihnen, Ihren Alltag an die Therapie anzupassen.
  • Eine Krebstherapie stellt Sie und Ihren Körper vor ganz neue Herausforderungen. Achten Sie deshalb ganz besonders auf sich. Eine tägliche Selbstkontrolle beispielsweise Ihrer Körpertemperatur, Ihres Gewichts und Ihres Blutdrucks kann helfen, Nebenwirkungen früh zu erkennen. Auffälligkeiten sollten Sie dem Behandlungsteam zeitnah melden und nicht erst am nächsten Termin.

Was die Wissenschaft sagt, und was jetzt helfen kann

In der Nachsorgephase sicher und mit guter Lebensqualität durchstarten.

  • Routinen helfen, Stress zu vermeiden
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    Routinen helfen, Stress zu vermeiden

    Feste Abläufe im Alltag stärken die Widerstandskraft und senken nachweislich Stress bei an Krebs erkrankten Personen. Struktur gibt ihnen Sicherheit und erleichtert die Bewältigung der Therapie.

  • Bei Beschwerden zur Sicherheit früh melden
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    Bei Beschwerden zur Sicherheit früh melden

    Krebspatient:innen, die ihre Beschwerden sofort ans Behandlungsteam weitergeben, vermeiden häufiger Komplikationen und bleiben sicherer in der Nachsorge. Eine frühzeitige Rückmeldung verbessert die Versorgung von Personen mit Krebserkrankungen deutlich.

  • Kurz-Tracking verbessert Arztgespräche
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    Kurz-Tracking verbessert Arztgespräche

    Geben Personen mit einer Krebserkrankung bereits wenige Tage nach Therapiebeginn ans Behandlungsteam kurze, strukturierte Rückmeldungen per App oder Telefon – Kurz-Tracking –, legen sie die Grundlage für effizientere Gespräche und erhöhen die Patientensicherheit. Dies sollte vorab mit dem Behandlungsteam abgestimmt werden.


Verhaltenstipps für akute gesundheitliche Probleme

Erfahrungen und Tipps aus dem Alltag anderer Betroffener

Wenn …

Dann versuchen Sie,…

möglichst sofort Ihr Behandlungsteam oder gar den Notdienst zu kontaktieren.

inne zu halten, ruhig durch die Nase einzuatmen und langsam durch locker aufeinanderliegende Lippen auszuatmen (Lippenbremse). Klären Sie Atembeschwerden stets mit dem Behandlungsteam ab.

ein sauberes Tuch auf die Wunde zu drücken, bis die Blutung stoppt. Kühlen Sie Einblutungen oder blaue Flecken und lassen Sie die Stelle zeitnah ärztlich abklären.

sofort anzuhalten – tief zu atmen – und das Gespräch zu suchen (z. B. mit einer Vertrauensperson, der Klinik oder dem Krisendienst). Bleiben Sie an einem ruhigen, sicheren Ort, bis die notwendige Hilfe bei Ihnen eingetroffen ist.


Was andere fragen und was Sie wissen sollten

Kontaktieren Sie sofort Ihr Behandlungsteam für ein Rezept. Nutzen Sie bei Bedarf den Apothekennotdienst. Tragen Sie künftig rechtzeitig Rezepttermine in den Kalender ein und legen Sie einen Vorrat für sieben bis zehn Tage an.

Rufen Sie Ihr Behandlungsteam an und stimmen Sie ab, wie das benötigte Rezept zeitnah neu ausgestellt werden kann.

Angaben zur diensthabenden Apotheke finden Sie im Eingangsbereich Ihrer nächstgelegenen Apotheke, im Internet auf www.aponet.de oder über die kostenfreie Hotline 0800 00 22 8 33. Bei akuten Notfällen wählen Sie 112, bei weniger dringenden Fällen den Bereitschaftsdienst 116117.

Fieber ab 38°C, Atemnot, Blutungen, starke Schmerzen oder anhaltendes Erbrechen/Durchfall bitte sofort melden. Nicht selbst behandeln, sondern früh Kontakt aufnehmen.

Bitte nehmen Sie folgende Anzeichen ernst und zögern Sie nicht, Ihr Behandlungsteam oder die Notfallambulanz zu kontaktieren:
• Fieber über 38 °C kann ein Hinweis auf eine Infektion sein.
• Neue oder zunehmende Atemnot.
• Blutungen, die sich nicht stoppen lassen.
• Anhaltender starker Durchfall. Es besteht die Gefahr von Dehydration und Elektrolytstörungen.
• Ausgeprägter Hautausschlag kann eine schwere allergische Reaktion anzeigen.
• Trockener Husten, besonders wenn er neu auftritt oder sich verschlechtert, kann eine Reizung oder Entzündung der Atemwege (z. B. ILD) als Ursache haben.
All diese Symptome können auf eine akute Komplikation hinweisen und müssen sofort medizinisch abgeklärt werden.


Krebsdiagnostik und -therapie gut organisiert bewältigen

Der Überblick über alle Informationen zu Erkrankung und Therapie ist ebenso wichtig wie eine zuverlässige Medikamenteneinnahme und regelmäßige Selbstkontrolle.

Krebsdiagnostik und -therapie gut organisiert bewältigen
  • Sortierte Unterlagen sind eine gute Grundlage für die organisatorischen Fragen während und nach der Krebstherapie. Legen Sie deshalb einen übersichtlich strukturierten Ordner an. Er hilft Ihnen, alle wichtigen Unterlagen griffbereit zu haben: Befunde, Arztberichte, Medikationspläne und Notfallinformationen.

  • Ein Medikamentenvorrat für sieben bis zehn Tage verhindert Engpässe. Ein Medikationsplan mit Einnahmezeiten und Dosierungen sowie eine nach Tagen und Tageszeiten unterteilte Medikamentenbox helfen Ihnen, therapietreu zu bleiben. Auch Apps und andere digitale Lösungen können Sie bei der richtigen Einnahme Ihrer Medikamente unterstützen.

  • Ein „Wochen-Signal-Check“ während der Therapie ermöglicht Ihnen eine strukturierte, regelmäßige Selbstkontrolle, um Warnsignale frühzeitig zu erkennen. Ziel ist es, Nebenwirkungen, Komplikationen oder Veränderungen Ihres Befindens dem Behandlungsteam rechtzeitig zu melden und dadurch die Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlung zu erhöhen.

Weitere Unterstützung für Sie

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