Wenn nichts mehr geht – Krisen erkennen, Hilfe holen


Krisen bewältigen in drei einfachen Schritten

Eine körperliche oder seelische Krise zeichnet sich dadurch aus, dass das „normale“ Gleichgewicht stark gestört ist. Vermeintlich Alltägliches funktioniert nicht mehr wie sonst. Es ist eine normale Reaktion, die Angst hervorrufen kann. Machen Sie sich bewusst: Es ist kein Zeichen von Schwäche, sich Unterstützung zu suchen – bei Familie und Freunden, dem Behandlungsteam oder bei Selbsthilfegruppen.

Folgen Sie dem Drei-Punkte-Plan:

  1. Stoppen & Fühlen: Nehmen Sie das Gefühl der Überforderung bewusst an. Erlauben Sie sich, innezuhalten, um den Druck zu mindern.
  2. Sprechen & Hilfe: Kontaktieren Sie eine Vertrauensperson, Ihr Behandlungsteam oder den psychoonkologischen Dienst. Tauschen Sie sich mit Gleichgesinnten in Selbsthilfegruppen aus.
  3. Aktivieren & Kontrollieren: Lenken Sie Ihren Fokus auf die nächste, kleinste, machbare Aufgabe (z.B. eine kurze bewusste Atmung, ein Glas Wasser). So holen Sie sich Stück für Stück Ihre Selbstwirksamkeit zurück.

Was die Wissenschaft sagt, und was jetzt helfen kann

Krisen erkennen – Krisen bewältigen

  • Warnzeichen früh erkennen
    1.

    Warnzeichen früh erkennen

    Achten Sie auf Alarmzeichen wie extreme Erschöpfung, Schlafstörungen oder Niedergeschlagenheit. Die Psychoonkologie bestätigt: Wer diese Signale rasch erkennt, kann die Belastung im Therapieverlauf mindern.

  • Handlungspläne senken die Hürde
    2.

    Handlungspläne senken die Hürde

    Bereiten Sie für akute Krisen kleine, konkrete Schritte vor (z. B. „Ich rufe das Behandlungsteam immer bei 38° C Fieber an.“). Die Forschung zeigt, dass ein klarer Plan das Gefühl der Überforderung reduziert und Ihnen Selbstwirksamkeit gibt.

  • Soziale und professionelle Hilfe entlasten
    3.

    Soziale und professionelle Hilfe entlasten

    Expert:innen raten: Suchen Sie Unterstützung! Ob in der Selbsthilfegruppe, bei Freund:innen oder Psychoonkolog:innen. Wissenschaftlich ist belegt: Soziale Netze verbessern die Lebensqualität.

  • Sicherheit zuerst
    4.

    Sicherheit zuerst

    Bei akuter Angst stabilisiert die Anwesenheit einer Vertrauensperson oder ein kleiner Ortswechsel. Die Psychoonkologie empfiehlt: Suchen Sie in überwältigenden Momenten sofortige Begleitung.


Das hilft Ihnen dabei, Krisen zu bewältigen

Erfahrungen und Tipps aus dem Alltag anderer Betroffener

Wenn …

Dann versuchen Sie,…

sofort anzuhalten – tief zu atmen – und das Gespräch zu suchen (z. B. mit einer Vertrauensperson, der Klinik oder dem Krisendienst). Bleiben Sie an einem ruhigen, sicheren Ort, bis die notwendige Hilfe bei Ihnen eingetroffen ist.

Notfall- und Praxisnummern sichtbar abzulegen (z. B. als Kühlschrankkarte oder Kurzwahl im Handy) und die korrekte Reihenfolge (112, Ambulanz, Hausärzt:in) klar zu definieren.

die effektive 5-4-3-2-1-Erdungsübung durchzuführen: fünf Dinge sehen, vier Dinge fühlen, drei Dinge hören, zwei Dinge riechen, ein Ding schmecken. Nehmen Sie dabei bewusst den Körperanker – also den Boden unter Ihren Füßen – wahr.


Was andere fragen und was Sie wissen sollten 

Bei Suizidgedanken, Kontrollverlust, Fieber ab 38 Grad Celsius, neuer starker Atemnot oder Panik, die nicht abklingt, suchen Sie bitte sofort Unterstützung auf. Kontaktieren Sie Ihr Behandlungsteam, eine Vertrauensperson oder den Notdienst 112.

Kontaktieren Sie Ihre Hausärzt:innen, Ihr Behandlungsteam, die psychoonkologische Beratung, den Krisendienst oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117). Bei akuter Gefahr benachrichtigen Sie die 112. Zur Sicherheit können Sie diese Kontakte in Ihrem Handy speichern.

1. Was ist das konkrete Ziel der Behandlung für mich – kurz- und langfristig?
2. Welche Behandlungsoptionen gibt es in meiner Situation?
3. Warum empfehlen Sie mir diese Option – welche Vor- und Nachteile hat sie im Vergleich zu den anderen?
4. Was ist der nächste konkrete Schritt, und was soll ich bis dahin selbst beachten oder tun?
5. Bei welchen Warnzeichen oder Nebenwirkungen sollte ich mich sofort melden?

Kurze Notizen erleichtern das Merken: Ziel, Optionen, Begründung, nächster Schritt, Warnzeichen.

Gespräche mit Familie oder Kindern sollten dem Alter angepasst, klar und ehrlich geführt werden, wobei Fragen ausdrücklich erlaubt sind. Wenn es schwerfällt, kann psychoonkologische Hilfe sinnvoll sein.

Zahlen beschreiben immer nur Gruppen und nicht die persönliche Situation. Hoffnung entsteht durch kleine positive Schritte, hilfreiche Routinen und verlässliche Unterstützung.


Sicher durch Krisen

Wie Sie sich in schweren Zeiten bewähren

Sicher durch Krisen
  • Anzeichen benennen : Fassen Sie kurz zusammen, was Sie fühlen (z. B. „Ich fühle mich panisch.“). Das hilft, die Kontrolle zu gewinnen.

  • Eine vertraute Person anrufen: Kontaktieren Sie die Person, die Sie beruhigt und stabilisiert wie z. B. Angehörige oder eine Pflegefachkraft.

  • Ruhigen Ort aufsuchen: Wechseln Sie den Platz, um die akute Stressreaktion zu durchbrechen.

  • Drei Minuten atmen: Nutzen Sie drei Minuten bewusste, langsame Atmung (z. B. vier Sekunden ein-, sechs Sekunden ausatmen), um den Körper zu beruhigen.

  • Anschluss-Termin vereinbaren: Sichern Sie sich präventive Unterstützung, indem Sie einen Termin mit dem Behandlungsteam oder der Psychoonkologie vereinbaren.

Weitere Unterstützung für Sie

Hier finden Sie hilfreiche Anlaufstellen und weiterführende Informationen.