Information: Wie informiert man sich richtig und sicher im Internet?


Gut informiert – Orientierung finden im Informationsangebot

Nach einer Krebsdiagnose beginnt oft die Suche nach Antworten: im Internet, in Broschüren oder über Erzählungen.

Doch zwischen fundierten Informationen und übertriebenen Heilversprechen liegt ein weites Feld.

Manche Seiten machen Hoffnung, andere verunsichern – und selten ist sofort klar, was vertrauenswürdig ist.


Warum Informationsqualität entscheidend ist

Woran man verlässliche Gesundheitsinformationen erkennt

Gute Entscheidungen brauchen verlässliche Informationen. Wissenschaftliche Qualität zeigt sich daran, wie Informationen entstanden sind, nicht daran, wie überzeugend sie klingen.

  • Quellenqualität erkennen
    1.

    Quellenqualität erkennen

    Zuverlässige Inhalte basieren auf Leitlinien, systematischen Reviews oder hochwertigen Studien. Einzelberichte oder Erfahrungsberichte sind weniger aussagekräftig.

  • Verständliche Aufbereitung nutzen
    2.

    Verständliche Aufbereitung nutzen

    Patientenleitlinien, seriöse Gesundheitsportale und „Plain Language Summaries“ übersetzen Fachsprache in verständliche Inhalte – ohne Aussagen zu vereinfachen.

  • Zahlen richtig einordnen
    3.

    Zahlen richtig einordnen

    Statistische Angaben (z. B. Median, Ansprechrate) beschreiben Gruppen, nicht einzelne Menschen. Sie helfen, Therapien zu vergleichen – sind aber keine persönliche Prognose.

  • Warum unterschiedliche Aussagen entstehen können
    4.

    Warum unterschiedliche Aussagen entstehen können

    Ergebnisse unterscheiden sich je nach Studie, untersuchter Gruppe, Bewertungskriterien und Tumorbiologie. Das ist kein Widerspruch, sondern Teil des wissenschaftlichen Prozesses.


Wenn Informationen belasten – Warnsignale verstehen

Erfahrungen und Tipps aus dem Alltag anderer Betroffener

Wenn …

Dann versuchen Sie,…

dreimal täglich zehn Minuten leichte Bewegung einzuplanen. Achten Sie dabei darauf Ihre Kräfte gut einzuteilen und Überanstrengung zu vermeiden (Pacing). Notieren Sie Ihre Fortschritte und informieren Sie Ihr Behandlungsteam bei anhaltender Erschöpfung.

kleine, trockene und leicht verdauliche Snacks wie Zwieback oder Toast. Kalte Speisen sind oft bekömmlicher als warme, stark duftende Mahlzeiten.

möglichst sofort Ihr Behandlungsteam oder gar den Notdienst zu kontaktieren.

inne zu halten, ruhig durch die Nase einzuatmen und langsam durch locker aufeinanderliegende Lippen auszuatmen (Lippenbremse). Klären Sie Atembeschwerden stets mit dem Behandlungsteam ab.

ein sauberes Tuch auf die Wunde zu drücken, bis die Blutung stoppt. Kühlen Sie Einblutungen oder blaue Flecken und lassen Sie die Stelle zeitnah ärztlich abklären.


Was andere fragen und was Sie wissen sollten 

Achten Sie auf Impressum, Autor:innen, Quellen, Aktualität und Werbefreiheit. Gute Infos sind transparent und nachvollziehbar.

Studien unterscheiden sich in Menschen, Methoden, Zeiträumen und Therapien. Prüfen Sie Datum, Quelle und Kontext. Zahlen lassen sich am besten gemeinsam mit dem Behandlungsteam einordnen.

Austausch kann entlasten, ersetzt aber keine medizinische Beratung. Erfahrungsberichte sind individuell.

1. Was ist das konkrete Ziel der Behandlung für mich – kurz- und langfristig?
2. Welche Behandlungsoptionen gibt es in meiner Situation?
3. Warum empfehlen Sie mir diese Option – welche Vor- und Nachteile hat sie im Vergleich zu den anderen?
4. Was ist der nächste konkrete Schritt, und was soll ich bis dahin selbst beachten oder tun?
5. Bei welchen Warnzeichen oder Nebenwirkungen sollte ich mich sofort melden?

Kurze Notizen erleichtern das Merken: Ziel, Optionen, Begründung, nächster Schritt, Warnzeichen.

Medizinische Abkürzungen wie TNM, HER2, HR oder MSI lassen sich mit Glossaren leichter verstehen. Bei Unklarheiten kann das Behandlungsteam helfen.

Fragen Sie im behandelnden Zentrum nach oder prüfen Sie Register wie das DRKS oder europäische Studienverzeichnisse. Lesen Sie die Einschlusskriterien stets in Ruhe durch.


Alltagstipps

Alltagstipps
  • Checkliste: Quellen prüfen in sieben Schritten

    1. Wer steckt dahinter? Fachgesellschaft, öffentliche Einrichtung oder private Seite?
    2. Wann wurde der Inhalt erstellt oder aktualisiert? Prüfen Sie das Datum.
    3. Ist eine Quelle oder Studie verlinkt?
    4. Stimmen andere seriöse Stellen überein?
    5. Enthält der Text Werbung oder Kaufaufforderungen?
    6. Sind Zahlen verständlich erklärt? Weitere Infos hierzu lesen Sie im Artikel Zahlen verstehen.
    7. Mit dem Behandlungsteam besprechen: Besonders bei Empfehlungen oder Nahrungsergänzungsmitteln.
  • Alltagstipps: Sicher navigieren im Netz

    1. Prüfen Sie jede Quelle mit dem „3K-Prinzip“: Kompetenz – Klarheit – Quellenangabe.
    2. Wenn eine Information Angst macht: Pause – prüfen – Gespräch suchen.
    3. Nutzen Sie bevorzugt Seiten von Fachgesellschaften oder öffentlichen Einrichtungen.
    4. Lesen Sie weniger, aber gezielter – Qualität statt Quantität.
    5. Wenn Sie widersprüchliche Aussagen finden: Fragen Sie beim Arzt oder in zertifizierten Zentren nach.
    6. Speichern Sie vertrauenswürdige Seiten als „Favoriten“.

Weitere Unterstützung für Sie

Hier finden Sie hilfreiche Anlaufstellen und weiterführende Informationen.