Digitale Communities sicher nutzen – Austausch mit Kompass


Austausch im Internet – ja, aber mit gesundem Menschenverstand

Der Austausch mit anderen Betroffenen im Internet kann nach einer Krebs-Diagnose eine große Erleichterung sein. Damit Sie sich in Online-Communities sicher fühlen, ist Achtsamkeit wichtig:

  • Schützen Sie Ihre Daten: Nutzen Sie ein Pseudonym und schalten Sie Standortdienste aus.
  • Lesen Sie die Gruppenregeln, um sich sicher und wohl zu fühlen.
  • Wichtig: Erfahrungen anderer sind wertvoll, ersetzen aber nicht den ärztlichen Rat. Treffen Sie Behandlungsentscheidungen immer mit Ihrem Behandlungsteam.
  • Geben Sie auf sich acht: Wenn Inhalte belasten, schalten Sie sie stumm.

Diese Hinweise sind eine Orientierungshilfe und ersetzen nicht das wichtige Gespräch mit dem Behandlungsteam, dessen Nummer Sie immer griffbereit haben sollten. Speichern Sie die Notfallnummern Ihres Behandlungsteams am besten in Ihrem Mobiltelefon ab.


Was die Wissenschaft sagt, und was jetzt helfen kann

Das Internet bietet viele Chancen – birgt aber auch Risiken

  • Emotional entlastender Austausch
    1.

    Emotional entlastender Austausch

    Der Austausch mit anderen Betroffenen kann – das zeigen psychosoziale Studien – die emotionale Last senken. Das Wissen, nicht allein zu sein, schafft nachweislich Trost und gibt Mut für den Alltag.

  • Verlässliche Quellenhygiene
    2.

    Verlässliche Quellenhygiene

    Gesundheitsinformationen aus dem Netz sind nicht unbedingt seriös und wissenschaftlich. Prüfen Sie daher das Impressum: Wer steckt hinter der Seite? Stammen die Fakten von vertrauenswürdigen Institutionen?

  • Aktive Privatsphäre senkt Risiken
    3.

    Aktive Privatsphäre senkt Risiken

    Zur eigenen Sicherheit empfiehlt sich, die digitalen Einstellungen regelmäßig zu prüfen. Das konsequente Nutzen von Pseudonymen minimiert das Risiko unbefugter Datennutzung durch Dritte. Das belegen wissenschaftliche Auswertungen.


Nutzen Sie das Internet so, dass es guttut

Erfahrungen und Tipps aus dem Alltag anderer Betroffener

Wenn …

Dann versuchen Sie,…

die Privatsphäre-Einstellungen Ihrer Kanäle zu überprüfen. Nutzen Sie ein Pseudonym oder einen Bildschutz, teilen Sie keine Dokumente mit Klarnamen oder IDs und entfernen Sie sogenannte Exif-Daten aus Bildern. Es empfiehlt sich, nur in moderierten virtuellen Räumen aktiv zu sein.

einen Quellencheck (Datum, Quelle, Werbung, Plausibilität) durchzuführen. Setzen Sie nichts eigenmächtig um, sondern sammeln Sie die Fragen für das nächste Arztgespräch.

ein Time-out für vierundzwanzig Stunden zu nehmen und Benachrichtigungen stummzuschalten. Erdungsübungen oder Atemtechniken zur Beruhigung können helfen. Stellen Sie die Quelle auf stumm oder blockieren Sie sie. Um es zu sortieren, können Sie das Thema mit dem Behandlungsteam oder einer Vertrauensperson besprechen.


Was andere fragen und was Sie wissen sollten

Nutzen Sie ein Pseudonym, lassen Sie Klarnamen/Standort aus und posten Sie keine Dokumente. Prüfen Sie die Privatsphäre-Einstellungen. Teilen Sie nur, was Sie auch im Wartezimmer teilen würden.

Grundsätzlich sollten Sie dies vermeiden. Wenn es nötig ist, anonymisieren Sie konsequent (Name/ID/EXIF entfernen) und klären Sie Ihre Entscheidungen mit dem Behandlungsteam. Ihre sensiblen Daten müssen geschützt werden.

Sie sollten auf keinen Fall diskutieren. Melden Sie den Post, blockieren Sie die Absender:innen und sichern Sie Screenshots. Informieren Sie die Moderation oder Plattform. Bei strafbaren Inhalten ist eine Anzeige ratsam.

Achten Sie auf Impressum, Autor:innen, Quellen, Aktualität und Werbefreiheit. Gute Infos sind transparent und nachvollziehbar.


Ihre Reise durch die Gesundheitsinfos im Netz

Eine Wegbeschreibung in fünf Schritten

Ihre Reise durch die Gesundheitsinfos im Netz
  • Ihre Daten schützen
    Nutzen Sie ein Pseudonym und deaktivieren Sie Standortdienste. Ihre digitale Sicherheit hat oberste Priorität.

  • Gruppen-Netiquette prüfen
    Lesen Sie die Richtlinien der Community, um sich wohl und sicher zu fühlen. So vermeiden Sie unnötigen Stress.

  • Zeitfenster begrenzen
    Ihre Energie ist wertvoll. Planen Sie eine feste, kurze Zeitspanne (z. B. 15 bis 30 Minuten) für den Austausch ein.

  • Kritisch bleiben
    Online-Erfahrungen ersetzen nicht den ärztlichen Rat. Nutzen Sie den Satz: „Ich kläre das medizinisch mit meinem Behandlungsteam.“

  • Infos überprüfen
    Halten Sie die Rufnummern Ihres Behandlungsteams immer griffbereit in Ihrem Mobiltelefon – für den Fall, dass Sie sich einmal unsicher sind, ob die gefundenen Infos korrekt sind.

Weitere Unterstützung für Sie

Hier finden Sie hilfreiche Anlaufstellen und weiterführende Informationen.