Das passende Zentrum finden – Qualität erkennen, Wege gehen


Erste Schritte zur Therapie – wie finde ich ein geeignetes Zentrum?

Online-Portale geben einen umfassenden Überblick über zertifizierte Einrichtungen. Das richtige Behandlungsteam zu finden, ist ein wichtiger Schritt in der Therapie Ihrer Krebserkrankung. Folgende Schritte können Ihnen dabei helfen, systematisch vorzugehen.

  • Achten Sie auf Qualitätsmerkmale wie die Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) und ein in die Behandlung eingebundenes interdisziplinäres Expertengremium, das im Rahmen von Tumorboards mit über Ihre Therapie entscheidet.
  • Erstellen Sie eine Auswahlliste von zwei bis drei Behandlungsteams. Nutzen Sie dafür OncoMap, die offizielle Suchplattform der DKG. Hier finden Sie Zentren nach Krebsart und Postleitzahl geordnet.
  • Damit Sie sich für eines der vorausgewählten Zentren abschließend entscheiden können, helfen Nachfragen zu Fallzahlen, Tumorboard, psychoonkologischer Betreuung, Therapieoptionen sowie zu den Optionen einer stationären oder ambulanten Therapie.
  • Wenn Sie den angefragten Zentren Ihre Befunde übermitteln, erleichtert dies die Beantwortung Ihrer Fragen. Denn Befunde sind die Basis dafür, die Therapie zu planen und einzuschätzen, ob das Zentrum die passende Expertise bietet.
  • Bei Ihrem ersten Gespräch mit dem Behandlungsteam achten Sie darauf, ob Sie alles richtig verstanden haben. Hierzu eignet sich die Teach-Back-Methode: Fassen Sie am Ende des Gesprächs die wichtigsten Punkte in eigenen Worten zusammen.

Was die Wissenschaft sagt, und was jetzt helfen kann

Einrichtungen, die nach vorgegebenen Schemata und Vorgaben behandeln und sich entsprechend zertifizieren lassen, versorgen Krebskranke besser als nicht zertifizierte Kliniken.

  • Warum ein zertifiziertes Zentrum der beste Ort für eine Krebstherapie ist
    1.

    Warum ein zertifiziertes Zentrum der beste Ort für eine Krebstherapie ist

    Erkrankte, die in einem zertifizierten Zentrum behandelt werden, haben einen Überlebensvorteil gegenüber denen, die in nicht-zertifizierten Häusern versorgt werden. Das liegt daran, dass zertifizierte Einrichtungen nach Leitlinien arbeiten, sich regelmäßigen Audits unterziehen und hohe Prozessqualität durch interdisziplinäre Zusammenarbeit sichern.

  • Tumorboards stellen fachübergreifende Therapieentscheidungen sicher
    2.

    Tumorboards stellen fachübergreifende Therapieentscheidungen sicher

    Tumorboards gelten als Schlüssel für individuelle, leitliniengerechte Therapieentscheidungen und reduzieren Fehlversorgungen bei Krebskranken. Ein Grund dafür ist, dass in den Boardstrukturen die Expertise verschiedener Fachrichtungen wie Onkologie, Chirurgie, Radiologie, Pathologie und Psychoonkologie gebündelt werden. Dort getroffene Therapieentscheidungen sind für das Behandlungsteam verpflichtend und werden laufend überprüft.

  • Fallzahlen und Spezialisierung sind entscheidend – Erfahrung zahlt sich aus
    3.

    Fallzahlen und Spezialisierung sind entscheidend – Erfahrung zahlt sich aus

    Höhere Fallzahlen bei komplexen Krebsoperationen sind mit besseren Ergebnissen und geringerer Sterblichkeit verbunden. Unabhängige Analysen zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen Anzahl und Qualität.


Mit Eigeninitiative über die passende Therapie entscheiden

Erfahrungen und Tipps aus dem Alltag anderer Betroffener

Wenn …

Dann versuchen Sie,…

eine Zweitmeinung in einem zertifizierten Zentrum einzuholen. Sammeln Sie dafür Ihre Befunde, Arztbriefe und Bildgebung und sprechen Sie offen mit Ihrem Behandlungsteam über den Wunsch nach einer zusätzlichen Einschätzung.

Ihre drei wichtigsten Fragen zu notieren, eine Vertrauensperson mitzubringen und die Teach-Back-Frage zu nutzen: „Habe ich richtig verstanden, dass …?“ Schreiben Sie nach dem Termin kurz auf, was entschieden wurde und welche nächsten Schritte geplant sind.

kurz festzuhalten, was Ihnen besonders wichtig ist (z. B. Heilungschance, Lebensqualität, Nebenwirkungen). Legen Sie zwei oder mehr Optionen nebeneinander und besprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam gezielt die offene Kernfrage: „Welche Therapie passt am besten zu meinen Zielen?“


Was andere fragen und was Sie wissen sollten

Fieber ab 38 °C oder ein starkes Krankheitsgefühl sind Warnzeichen und müssen sofort mit dem Behandlungsteam oder dem Notdienst abgeklärt werden. Warten Sie nicht ab, ob das Fieber steigt. Während der Therapie kann Fieber auf eine Infektion hinweisen, die rasch behandelt werden muss.

Typische Optionen sind Operation, Bestrahlung und Systemtherapien wie Chemotherapie, zielgerichtete Therapie, Immuntherapie oder Hormontherapie. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt vom Befund und vom Therapieziel ab.

Fragen Sie im behandelnden Zentrum nach oder prüfen Sie Register wie das DRKS oder europäische Studienverzeichnisse. Lesen Sie die Einschlusskriterien stets in Ruhe durch.

Ja, Sie können eine Studie jederzeit ohne Angabe von Gründen verlassen. Ein vorheriges Gespräch hilft, den Anschluss gut zu planen.


Gut vorbereitete Fragen helfen bei der Auswahl des passenden Behandlungsteams

Versorgungsqualität und Angebot sind entscheidende Kriterien für die richtige Entscheidung

Gut vorbereitete Fragen helfen bei der Auswahl des passenden Behandlungsteams
  • Achten Sie bei der Wahl Ihres Behandlungsteams auf eine Zertifizierung: Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) prüft kontinuierlich die Arbeitsweise zertifizierter Zentren.

  • Fragen Sie in den Zentren gezielt nach Fallzahlen. Auch Auskünfte zur Arbeitsweise des Tumorboards, zur psychoonkologischen Betreuung sowie die Optionen ambulanter oder stationärer Behandlungen sollten in die Entscheidung für ein Therapiezentrum einfließen.

  • Bedenken Sie, dass ein hochqualifiziertes Zentrum weiter entfernt sein kann. Prüfen Sie vor Ihrer Entscheidung, ob die Anfahrtswege für Sie und Ihre Angehörigen im Alltag machbar sind.

  • Erkundigen Sie sich nach zusätzlichen Unterstützungsangeboten. Eine psychoonkologische Betreuung, eine Ernährungsberatung oder Sport- und Physiotherapie können Sie bereits während der Therapie wirksam unterstützen.

  • Machen Sie sich vorab klar, was Ihnen wichtig ist: Wichtige Aspekte sind Heilung, Lebensverlängerung, Symptomkontrolle oder Lebensqualität – und welche Rolle dabei Nebenwirkungen, Beruf und Familie spielen sollen.

  • Informieren Sie sich über Ihre Erkrankung. So können Sie sich gut auf anstehende Arztgespräche vorbereiten. Notieren Sie sich zudem Ihre wichtigsten Fragen vorab.

  • Insbesondere bei Telefonanrufen hilft ein Fragen-Skript. Damit lässt sich ein Gespräch strukturierter und stressfreier führen. Es stellt sicher, dass Sie alle wichtigen Punkte nennen und keine Informationen vergessen.

Weitere Unterstützung für Sie

Hier finden Sie hilfreiche Anlaufstellen und weiterführende Informationen.