Bewegen: Heute ein bisschen, morgen vielleicht ein bisschen mehr.


Bewegung, die guttut

Die Diagnose und Behandlung einer Krebserkrankung sind große Herausforderungen, die viel Kraft kosten. Es ist absolut verständlich, wenn Ihnen der Gedanke an Sport im Moment unmöglich erscheint. Doch Bewegung ist ein wichtiger Teil der unterstützenden Therapie. Und sie kann Ihnen helfen, Nebenwirkungen der Therapie zu lindern und z.B. Symptome wie die lähmende Müdigkeit (Fatigue) zu lindern und die Lebensqualität zu steigern.

Wenn Sie sich schwach fühlen, ist es wichtig, Ihre Energie klug einzuteilen.

  • Unternehmen Sie kurze Wohnungsgänge zur Mobilisierung.
  • Setzen Sie sich drei- bis fünfmal hin und stehen wieder auf.
  • Bauen Sie bewusst Entspannungs- und Erholungsphasen ein.

Wichtig: Bitte besprechen Sie Ihr Bewegungsprogramm immer mit Ihrem Behandlungsteam, um sicherzustellen, dass es auf Ihre individuelle Situation abgestimmt ist.


Was die Wissenschaft sagt, und was jetzt helfen kann

Regelmäßige Bewegung hilft, Müdigkeit zu lindern und das Wohlbefinden zu steigern – angepasst an die eigenen Möglichkeiten. Fundierte Fakten für ein stärkeres Immunsystem und eine verbesserte Lebensqualität:

  • Bewegung gegen Müdigkeit
    1.

    Bewegung gegen Müdigkeit

    Regelmäßige moderate Bewegung kann Erschöpfung (Fatigue) lindern. Sie kurbelt den Stoffwechsel an, verbessert Ihren Schlaf und hebt die Stimmung. Versuchen Sie, dreimal pro Woche 30 Minuten Ausdauertraining (Spazierengehen, Radfahren) in Ihren Rhythmus einzubauen.

  • Jede Minute zählt
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    Jede Minute zählt

    Lassen Sie sich nicht von der vollen Trainingszeit abschrecken. Drei 10-Minuten-Einheiten über den Tag verteilt sind genauso wirksam wie eine lange Einheit. Das Wichtigste ist die Regelmäßigkeit. Bauen Sie kurze Einheiten aktiv in Ihren Alltag ein (z. B. eine Runde um den Block).

  • Kraft und Stabilität
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    Kraft und Stabilität

    Konzentrieren Sie sich auf alltagsnahes Krafttraining (z. B. die Übung „Aufstehen-Hinsetzen“), um Ihre Stabilität zu stärken und das Sturzrisiko zu minimieren. Achten Sie auf Sicherheit vor Tempo.

  • Entspannung als Ergänzung
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    Entspannung als Ergänzung

    Gönnen Sie sich nach aktiven Phasen gezielte Entspannung. Techniken wie Atemübungen oder Muskelrelaxation helfen, Stress und psychische Erschöpfung zu lindern. Planen Sie diese Ruhepausen bewusst in Ihren Alltag ein.


Wenn Kraft nachlässt und Bewegung schwerfällt

Erfahrungen und Tipps aus dem Alltag anderer Betroffener

Wenn …

Dann versuchen Sie,…

dreimal täglich zehn Minuten leichte Bewegung einzuplanen. Achten Sie dabei darauf Ihre Kräfte gut einzuteilen und Überanstrengung zu vermeiden (Pacing). Notieren Sie Ihre Fortschritte und informieren Sie Ihr Behandlungsteam bei anhaltender Erschöpfung.

sich hinzusetzen, langsam aufzustehen und Stolperfallen zu entfernen. Hält der Schwindel an, informieren Sie Ihr Behandlungsteam.

die Intensität zu senken, Pausen einzuplanen und die Muskeln zu wärmen. Bei starkem oder anhaltendem Schmerz ärztlich abklären lassen.

möglichst sofort Ihr Behandlungsteam oder gar den Notdienst zu kontaktieren.


Was andere fragen und was Sie wissen sollten

Ja, in angepasster Form ist Bewegung empfohlen. Sie kann Fatigue lindern und das Wohlbefinden steigern. Starten Sie klein (z. B. ein- bis dreimal täglich 10 Minuten Gehen/Dehnen) und hören Sie auf Ihren Körper. Art und Intensität sollten Sie immer mit Ihrem Behandlungsteam abstimmen. Bei Schwindel, Atemnot oder Fieber bitte sofort pausieren.

Fokussieren Sie sich auf das, was Ihnen guttut. Die einfache Regel für Bewegung lautet: Solange Sie sich beim Bewegen noch gut unterhalten können, ist die Belastung richtig. Steigern Sie Dauer und Intensität behutsam. Regelmäßige sanfte Bewegung ist besser als seltene Anstrengung. Falls Sie sich unsicher fühlen, nutzen Sie für die ersten Schritte eine Aufstehhilfe oder etwas, woran Sie sich kurz festhalten können.

Schwindel kann bei Krebs auftreten, zum Beispiel durch Flüssigkeitsmangel oder Medikamente. Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr und sorgen Sie für sichere Wege im Alltag. Wenn der Schwindel anhält oder sich verschlimmert, wenden Sie sich an Ihr Behandlungsteam.

Ja, sanftes Kraft- und Ausdauertraining kann Müdigkeit oder Fatigue lindern. Es ist ein aktiver Weg, um Ihre Energie zurückzugewinnen. Beginnen Sie mit kleinen Alltagsbewegungen, zum Beispiel mehrmals langsam aufstehen und sich wieder hinsetzen. Steigern Sie sich behutsam und bleiben Sie regelmäßig aktiv. Lieber öfter kurz bewegen als selten zu viel.


Wie Sie Bewegung sicher in den Alltag bringen

Wie Sie Bewegung sicher in den Alltag bringen
  • Drei Mini-Slots: Planen Sie dreimal 10 Minuten leichte Bewegung täglich (z.B. einen Spaziergang oder Dehnübungen).

  • Kräfte einteilen: Wechseln Sie Aktivität und Pause bewusst ab. Das richtige Energiemanagement nennt sich auch „Pacing“.

  • Tempo-Test: Bewegen Sie sich im „Sprechenden Tempo“, bei dem eine Unterhaltung möglich ist.

  • Routine: Machen Sie täglich zweimal die Übung „Aufstehen-Hinsetzen“.

  • Achtsam starten: Vor jeder Aktivität eine Minute tief in den Bauch atmen.

  • Stopp bei Alarmsignalen: Bei Schwindel, Brustschmerz, Atemnot, Fieber oder starken Schmerzen Aktivität sofort aufhören und das Behandlungsteam konsultieren.

Weitere Unterstützung für Sie

Hier finden Sie hilfreiche Anlaufstellen und weiterführende Informationen.